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Vor der Gründung

Was sollte vor einer Gründung bedacht werden?

Um Chancen und Risiken einer Gründung abwägen zu können, muss ich mir vor der Gründung einen Überblick über die zu erwartenden Kosten und die möglichen Einnahmen verschaffen. 

Am besten, ich halte diese Überlegungen gleich schriftlich fest, denn ich werde sie immer wieder in der Gründungsphase brauchen.

Investitionskosten = einmalige Ausgaben, wie z.B.

  • Büro-/Atelierausstattung
  • Grundausstattung an Betriebsmitteln (wie Werkstoffe, ...)
  • Bürotechnik
  • Pkw/ Transportfahrzeuge
  • Umbaumaßnahmen

Natürlich sollte ich die Frage beantworten können, woher ich das Geld für die nötigen Investitionen nehme. Habe ich Ersparnisse, gibt es Zuschüsse für meine Gründungsinvestitionen, werde ich Kredite beantragen oder leihen mir Verwandte und Bekannte Geld?

Diese Auflistung von Investitionskosten und Finanzierungsmöglichkeiten nennt man auch Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan.

Laufende Kosten, wie z.B.

  • Kosten der privaten Lebensführung (Unternehmergehalt)
  • Personalkosten
  • Raumkosten (Miete, Strom, Wasser, Heizung)
  • zu ersetzende Betriebsmittel
  • Büromaterial
  • Bewirtungskosten
  • Steuern und Beiträge
  • Versicherungen im beruflichen Bereich
  • laufende Pkw-Kosten / Reisekosten
  • Porto und Telefon
  • Werbung
  • Beratungskosten
  • Tilgung und Zinsen bei Kreditaufnahme usw.

Die zu erwartenden laufenden Ausgaben stelle ich den zu erwartenden Einnahmen gegenüber. Das Ganze nennt man auch Umsatz- und Rentabilitätsvorschau.

Ich sollte die Vorstellungen und Planungen zur Realisierung meines Vorhabens auch zu Papier bringen. Man wird schnell merken, dass das, was im Kopf so schön unkompliziert war, hier doch die eine oder andere Ecke oder Kante hat. Das, was am Ende hierbei rauskommt, nennt man Unternehmenskonzept oder Neudeutsch „businessplan“. Wichtig ist es, hierbei nicht im Allgemeinen zu verharren, sondern sehr konkret Ziele und Wege dorthin darzustellen. Feste Formvorschriften gibt es hierfür nicht. Eine Grobstruktur könnte vielleicht folgendermaßen aussehen:

Grundinformationen zum Gründungsvorhaben (nur die wichtigsten Angaben):

  • Bezeichnung, Gegenstand, Rechtsform des Vorhabens
  • Angaben zur Gründerperson und den fachlichen Voraussetzungen
  • Vorgesehene Personalstruktur
  • Kurzbeschreibung der Arbeitsstätte (häusliches Arbeitszimmer, Anmietung von Räumen, Bürogemeinschaft o.ä.)

Leistungsprogramm (möglichst ausführlich) z.B.:

  • Welche Leistungen biete ich an, welche Spezialisierung wird angestrebt?
  • Welche Zielgruppen habe ich, wer wird meine Leistungen abnehmen?
  • Was unterscheidet mein Angebot von Konkurrenten?
  • Wie präsentiere ich mein Angebot, welche Werbungs- und Vermarktungsmaßnahmen plane ich ein?
  • Welche Kontakte kann ich nutzen, welche will ich mir wie schaffen?

Betriebswirtschaftliche Prognose

  • Wer werden meine wichtigsten Auftraggeber sein?
  • Welche Aufträge habe ich bereits von wem in Aussicht, mit wie viel Umsatz kann ich dabei rechnen?
  • Welche Auftraggeber will ich zukünftig und mit welcher Strategie gewinnen?
  • Wie verteilen sich die erwarteten Einnahmen auf die unterschiedlichen Bereiche?

Marktanalyse und Standortbewertung

  • Wie sehe ich die Situation in Branche und an meinem Standort?
  • Wie bewerte ich die Konkurrenzsituation? Wo liegen meine Chancen und Risiken?

Markteinführung (sehr ausführlich)

  • Welche Aufträge habe ich bereits in Aussicht?
  • Wo bestehen nutzbare Kontakte, wo werde ich neue aufbauen?
  • Wie präsentiere ich mein Leistungsangebot?
  • Welche Preispolitik verfolge ich?
  • Welche Werbemaßnahmen und Akquisewege sind vorgesehen?

Detailliertere Vorschläge für entsprechende Inhalte und die betriebswirtschaftlichen Tabellen finde ich in großer Auswahl im Internet. Unternehmenskonzept, Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan und Rentabilitätsvorschau brauche ich z.B. auch für die Beantragung von Fördermitteln und Krediten. Da von der Qualität dieser Grundlagenmaterialien meist Bewilligung oder Ablehnung von Anträgen abhängt, sollte ich diese Berechnungen nicht nur im Interesse der eigenen Risikoabwägung sehr ernst nehmen. Hilfestellung bei der Erarbeitung dieser betriebswirtschaftlichen Grundlagen können spezialisierte Beratungseinrichtungen geben (natürlich auch MKK-Consult - honorarpflichtig).